Gäubote 25.07.2006

Mit “Revolverheld” geht ein Zugpferd an den Start

48-Stunden-Festival des Herrenberger Jugendhauses: Noch größer, noch professioneller und noch attraktiver

Es ist die Nummer 13. Pech wird sie den Machern kaum bringen: Das 48-Stunden-Fest des Herrenberger Jugendhauses fällt in diesem Jahr größer aus, besser, professioneller. Dafür sorgt, neben einem Hamburgerstand, die erfolgreiche Deutschrock-Band “Revolverheld”. Aber auch rund um dieses Highlight wird sich in diesem Jahr natürlich, einmal mehr, die Jugend- und Musikkultur in voller Blüte entfalten.

Da sind sich die Mitglieder des OrgaTeams des 48-Stunden-Festes einig: “So etwas hatten wir noch nie!” eine Band nämlich, deren Videosingle auf Musikkanälen wie Viva und MTV rotiert. “Revolverheld” aus Hamburg haben das binnen kürzester Zeit geschafft, mit Songs wie “Generation Rock”. Vor gerade mal drei Jahren dümpelte diese Band noch in ihrem, wie die Musiker bei Interviews gerne betonen, äußerst versifften Proberaum herum, nun sind sie kleine Stars der neuen Deutschrockszene und dürfen, im Gegensatz zu manch anderer Band dieser Szene, den Anspruch erheben, ein gewachsenes Pflänzchen zu sein und kein Retortenbaby. Mit ihrer ersten CD unterm Arm werden sie nach Herrenberg reisen und, am ersten Abend des 48-Stunden-Festes, am Freitag, 28. Juli, auf der Außenbühne stehen.
“Verstand abschalten und feiern”, bespricht das Internet-Musik-Magazin “Laut.de” die erste Platte von “Revolverheld”.

Im Übrigen ist das wie im Wilden Westen: Wo ein Revolverheld auftaucht, sind auch die Sheriffs nicht weit. Mit der bekannten Band möchte das Orga-Team ganz bewusst das Niveau des Festivals erhöhen: “Wir hatten diese Idee im vergangenen Jahr”, erzählt Mit-Organisator Philipp Wieland. “Wir fanden, das Potenzial sei da. Mit der bundesweit bekannten Band wollen wir mehr Leute nach Herrenberg bekommen.” Das 48er soll wachsen, sein Ruf als Festival sich ausbreiten. Mit rund 6 000 Besuchern setzte das Festival im letzten Jahr einen Besucherrekord. “Revolverheld” sind nicht nur im Fernsehen präsent, sie sind auch bei Sony unter Vertrag. Das sind ganz neue Dimensionen: Vorbei die Zeiten, in denen ein hausgemachter Security-Trupp übers Gelände patrouillierte. Fortan ist der Sicherheitsdienst einer professionellen Firma mit von der Partie und sorgt rund um die Bühne für Ordnung und Sicherheit.

Aber “Revolverheld” sind nicht alles. Traditionell hat das 48-Stunden-Fest mehr zu bieten. Auch in diesem Jahr bringt das Festival wieder all das, was man aus den Vorjahren kennt: Lokale und regionale Helden, von denen einige ihre Stücke im Jungendhauseigenen “Bunker” proben, Punk- und Metal-Rock der unterschiedlichsten Couleur, und natürlich, was Jahr für Jahr Tanzstimmung und Feierlaune garantiert, Reggae und Ska.

Auf der Außenbühne sind es am Freitagabend zwei Herrenberger Bands, die die Party eröffnen, “Käsebaum” und “Blue Velvet”, gefolgt von der Rock- und Crossover-Band “Karma Connect”, die die Macher des Festivals im vergangenen Jahr auf der Innenbühne begeisterte und die die Stimmung für “Revolverheld” anheizt. Drinnen geht es derweil, wie so oft, etwas härter zur Sache, nachdem “Xeption” um 21 Uhr ihren Auftakt spielen: “Riot Brigade”, im Juha bestens bekannt, und “Obtrusive” spielen Punk, die “PA Rockers” aus Tübingen HipHop, “Aka Frontage” und DJ “Age” beenden den Abend.

Samstags bereiten “Autoboot” den Boden für “Johnny Melodic”, den seltsamen Liedermacher, der erste Erfolge mit der obskuren Herrenberger Supergroup “Audi FQ” feierte, die sich vorgenommen hat, später am Abend Verwirrung zu stiften. “Callous Pain” und “Zeux”, bewährte Stimmungsmacher aus Herrenberg, ergänzen das Heimspiel und die “Bungalow Bang Boys” liefern dazu Afro-Beat mit zwei Sängern. “Desert Sun” gastierten bereits einmal in Herrenberg und kehren nun mit kräftigem Stoner-Rock zurück, auch “Panama” waren schon einmal da, und “MoskovSkaya” bescheren dem Festival mit Ska einen zweites Highlight. Auf der Innenbühne toben sich derweil die Herrenberger Bands aus: “Peer Pressure”, “Katzera”, “Brot und Spiele”, “Fourex” (mit 15 Jahren Bandgeschichte vielleicht die älteste überlebende Bunker-Band). Ein kurioses Highlight versprechen “Breschdling” zu werden, die schwäbischen Hardcore spielen, “Fear my Thoughts” dagegen verbreiten mit englischem Metalcore Angst, und “Fetzer and the Turbochargers spielen “Rotz-Rock”, was immer dies ist.

Mit dabei, beim Aufbau des 48-StundenFestes, sind auch in diesem Jahr die Jugendlichen des Internationalen Begegnungs-Camps. Auf dem Festival-Gelände ist zudem das Team eines Filmprojektes im Herrenberger Jugendhaus unterwegs, das Arbeit und Feiern im Bild festhält. Ein neuer Bierstand stillt den noch viel größeren Durst und dank des Hamburgerstands, der zum ersten Mal seinen Grill anwirft, beim 48-Stunden-Fest, darf man auch einmal in Herrenberg die Zähne in einen hoffentlich saftigen Fleischklops schlagen.

Am Freitag, 28. Juli, um 18 Uhr beginnt das Festival; am Samstag, 29. Juli um 3.30 Uhr endet das Programm offiziell mit dem Auftritt des Dance-Elektronik-Duos “Tetaphi” auf der Innenbühne des Juha.

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