Gäubote 01.06.2004

Elfte Runde, 20 Bands

Vorbereitungen haben begonnen: 48-Stunden-Fest ist Ende Juli

Mit dem Sommer steht auch wieder die lange Reihe sommerlicher Kulturveranstaltungen in Herrenberg vor der Tür. Und zu dieser Reihe gehört wie in jedem Jahr das große 48-Stunden-Fest des Herrenberger Jugendhauses, längst schon eine Institution und ein Gegenpol zur reiferen Kultur, die im Juli die Innenstadt beherrscht. In acht Wochen ist es soweit das “Orga-Team” des Jugendhauses steckt bereits bis über beide Ohren in den Vorbereitungen zum Festival.

Es wird das elfte 48-Stunden-Fest des Jugendhauses. Vor zwölf Jahren fand das Festival erstmals statt; unterbrochen wurde seine Reihe lediglich 2001, als das alte “Orga-Team” abtrat und die neue Gruppe sich noch nicht an die Organisation eines Musikfestes dieser Größenordung herantraute. Damals gab es eine kleinere Ausgabe des Festes, die so genannten “Burner Days”. Seit drei Jahren ist das Jugendhaus-Festival nun jedoch zurück und größer als zuvor: 6 000 geschätzte Besucher zog es im vergangenen Jahr an. “Das Festival ist in jedem Jahr gewachsen”, erzählen Holger Kühl und Nicole Hartmann, Mitglieder des “Orga-Teams” und so soll es auch bleiben.

Sparzwang auch bei 48er-Fest

Wobei das Jugendhaus, wie viele andere Institutionen, sparen muss. Im vergangenen Jahr griffen die Organisatoren erstmals in der Geschichte des Festivals auf ihre Rücklagen zurück: “Wir haben uns an einigen Stellen verkalkuliert.” Das soll in diesem Jahr nicht geschehen. Vorsorge treffen die Macher des Festivals mit einer gründlicher durchdachten Struktur der Organisation und zurückhaltender Planung. So wird es auch in diesem Jahr keinen Programmpunkt “Comedy” geben ein Genre, in dem es derzeit offenbar an talentiertem Nachwuchs fehlt, während die etablierten Komödianten für den Geldbeutel des Jugendhauses derzeit zu teuer sind. Comedy war jahrelang ein fester Bestandteil des 48-Stunden-Festes. “Dass es im nächsten Jahr wieder Comedy gibt, gehört auf jeden Fall zu unseren Zielen”, verspricht Holger Kühl.

Programm lässt noch auf sich warten

Entgegen den ursprünglichen Gepflogenheiten des 48-Stunden-Festes sind auch wieder einige der “Bunker-Bands” mit von der Partie. Der weitaus größere Teil der Bands jedoch stammt von außerhalb. Das Programm des Festivals steht allerdings noch nicht definitiv fest; erst in einer der kommenden Wochen soll es veröffentlicht werden. So viel verraten die Organisatoren allerdings schon: Dass Reggae, mehr noch als in den Jahren zuvor, der bestimmende Ton sein wird. Mindestens zwei Reggae-Bands werden zu den Hauptacts zählen. Auch ein nächtliches Filmprogramm wird wieder dabei sein, sowie die vielen Food- und Non-Foodstände, die die Besucher des Festivals aus den Vorjahren kennen.

Verbesserungswürdig erschien den Organisatoren vor allem die interne Verteilung der verschiedenen Aufgabengebiete bei der Abwicklung des großen Festivals. So wollen sie in diesem Jahr organisatorische Probleme eingrenzen, indem sie die Kompetenzen im so genannten “OrgaTeam” eindeutiger verteilen. Machte sich das Team im vergangenen Jahr kurzfristig und intensiv auf die Suche nach Helfern und hatte deshalb letztlich das Problem, zu viele Helfer steuern zu müssen, die sich überdies nicht immer als zuverlässig erwiesen, will es die Suche nach Helfern in diesem Jahr zeitiger und überlegter angehen. Rund 100 werden gebraucht, um das 48-Stunden-Fest erfolgreich zu veranstalten. Offen ist momentan auch noch die Finanzierung des Festivals Gespräche mit den teils schon bewährten Sponsoren sind noch im Gange.

Anders als im vergangenen Jahr wird zum 48-Stunden-Fest kein Sonntagsprogramm gehören. “Wir haben das vor einigen Jahren schon einmal versucht und auch im letzten Jahr wieder festgestellt, dass es sich nicht lohnt”, so Holger Kühl. Der Getränkeverkauf endet am Sonntagmittag um 12 Uhr. Mehr als 20 Bands sollen dabei sein beim 48-Stunden-Fest diesen Jahres; für die Nächte zwischen den Festivaltagen ist wiederum Schwof geplant, bei dem musikalisch jeder Teil des Publikums auf seine Kosten kommen soll. Wie die 20 Bands des Programms heißen werden, das wollen die Organisatoren allerdings noch nicht verraten: “Wir wollen die Spannung halten.” Mitte Juni wird die Ungewissheit vorbei sein. Bis zum eigentlichen Festival werden noch acht Wochen vergehen: Am Freitag, 23. Juli, ist es soweit und am Sonntag, 25. Juli, sind die 48 Stunden vorüber.

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