Gäubote 28.07.2012

Für die Musik kehrt die Sonne noch einmal zurück

Herrenberg: Das 48-Stunden-Fest beginnt mit einer Dusche – die große Party folgt

Abkühlung ist bei den Temperaturen angesagt: Besucher des 48-Stunden-Festivals, das noch bis Sonntag geht GB-Foto: Bäuerle

Der Freitag war heiß, am frühen Abend kam die Dusche. Die Macher des 48-Stunden-Festes lassen sich davon nicht ins Bockshorn jagen: Wieder soll es rundgehen im und am Jugendhaus.

Thomas Morawitzky

Die Himmelsschleuse öffnet sich, es kracht und plötzlich ist sie nass, die ganze Welt in Herrenberg. Philipp Wieland, Mitglied des Organisationsteams des 48ers, ist sich nicht sicher: “Müsste man jetzt sagen, dass zum Beginn des Liveprogramms der Wolkenbruch kam – oder könnte man auch sagen, dass die Sonne gerade rechtzeitig wiederkehrte?” Beides wäre richtig, denn der Wolkenbruch verschob den Auftakt, der eigentlich für 17.25 Uhr geplant war, um mehr als eine halbe Stunde – und kurz nach 18 Uhr lugte bereits wieder der strahlende Glutball hinter den Wolken hervor.

Für die kurze Abkühlung war am Freitagabend sicherlich manch einer dankbar – allein: Die meteorologischen Aussichten aufs Festival-Wochenende sind nicht die besten. Regnen soll es, gewittern. Davon lässt sich der 48er-Organisator, den die 33 Grad des Freitags sichtlich geschafft haben, kaum einschüchtern: An diesem Abend wird mit dem Headliner “Skindred” auf der Outdoor-Stage beim Herrenberger Festival eine große Party steigen, da ist sich Philipp Wieland sicher. Drinnen, auf der Indoor-Stage, läuft schon die Nebelmaschine auf Probe. “Red Alert” heißt die Band, die spät dort spielen soll, spät in der Nacht. Davor gibts “Bauernbrot” und manches andere. Das Publikum ist da, unverdrossen ob der Wassermassen: Jugendliche stehen vor dem Jugendhaus und vor der Bühne, sind nass und freuen sich. Der kräftige Schauer hat sogar ganz offensichtlich seinen Teil dazu beigetragen, die Stimmung zu lösen.

Schon am Nachmittag, erzählt Philipp Wieland, trafen viele Musikfans in Herrenberg ein und schlugen ihre Zelte beim Jugendhaus auf. Nun tobt man ein bisschen im Matsch, erfrischt sich innerlich, tanzt und freut sich auf das, was noch kommen soll: Ska und Punk und Metal und, am Samstagmittag um 14.20 Uhr, natürlich auch einmal mehr die Herrenberg Big Band.

Den Anfang jedoch machen “Elyzn” – sie stammen tatsächlich aus Weil im Schönbuch, eröffnen ungestüm und spielen einen Independent-Rock, bei dem Gitarren und Synthesizer rhythmisch aufschreien. Ein guter Auftakt auf der Wiese, um die am frühen Abend schon die Buden stehen, in denen das Festvolk seine Nahrung erhalten wird: Auch Spätzle gibt es dort in diesem Jahr, mit Kraut oder mit Käse. Noch immer sitzen die Gäste sehr vorsichtig unter Zeltdächern, bald schon werden sie sich jedoch von dort hervorwagen, um zu tanzen und zu feiern. Zumindest am Freitagabend, so sieht es gegen 19 Uhr dann aus, will der Sonnenschein dem Festival treu bleiben.

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